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Freitag, 26. Juli 2013



Rosa María Payá, Tochter des verstorbenen Oppositionellen Oswaldo Payá Sardiñas, erklärte heute, während  einer Pressekonferenz in Madrid

Gerüchte nach tödlichem Autounfall von Payá

23.07.2012 | 18:25 |  Von unserem Korrespondenten ANDREAS FINK (Die Presse)
Die Tochter des verstorbenen Oppositionsführers glaubt an ein Attentat des Regimes. Laut Rosa María Payá berichteten weitere Passagiere, dass ein anderes Auto versucht hatte, ihr Fahrzeug von der Straße zu drängen.
Buenos aires/Havanna. War es ein Verkehrsunfall? Oder starb Oswaldo Payá, einer der wichtigsten Führer von Kubas Opposition, durch einen Mordanschlag? Am frühen Sonntagnachmittag breitete sich über die sozialen Netzwerke in Havanna das Gerücht aus, der Gründer der regimekritischen „Christlichen Befreiungsbewegung“ sei tödlich verunglückt. Stunden später wurde die Nachricht bestätigt.

Der Unfall ereignete sich diesen Angaben zufolge am Sonntag um 13.50 Uhr, auf einer Landstraße in der Provinz Granma, etwa 800 Kilometer östlich der Hauptstadt Havanna. Der Fahrer des Autos, in dem vier Personen unterwegs waren, habe die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, das daraufhin an einen Baum geprallt sei. Die Rettungskräfte bargen alle vier Insassen, doch der 60-jährige Payá war schon tot, als er in der Klinik ankam, sein kubanischer Gesinnungsgenosse Harold Cepero starb Stunden nach Ankunft im Spital. Die beiden anderen Passagiere überlebten leicht verletzt. Es handelt sich um zwei europäische Politiker: Angel Carromero, 27, ist Funktionär der Jugendorganisation der spanischen Volkspartei, der gleichaltrige Jens Aron Modig leitet die demokratische christliche Jugend Schwedens.

Wurde Auto abgedrängt?

Die Aussagen der zwei Europäer, die den Leihwagen angemietet hatten, werden entscheidend für die Bewertung des tödlichen Ereignisses sein. Rosa María Payá, die Tochter Oswaldos, schrieb am Sonntagabend auf der Webseite ihres Vaters: „Wir glauben nicht an einen Verkehrsunfall.“ Laut Rosa María Payá berichteten die Europäer, dass ein anderes Auto mehrmals versucht hatte, ihr Fahrzeug von der Straße zu drängen, was schlussendlich auch geschehen sei. „Dieser Tod muss aufgeklärt werden“, verlangte auch Carlos Payá, der Bruder Oswaldos, der im Exil in Spanien lebt, gegenüber der Madrider Zeitung „El Pais“. „Oswaldo hat viele Drohungen erhalten. Immer wieder haben sie ihm gesagt, dass sie ihn umbringen werden.“
Oswaldo Payá war dem Regime stets unbequem. Der in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsene Katholik musste drei Jahre in ein Arbeitslager, weil er sich während seines Wehrdienstes geweigert hatte, politische Gefangene zu transportieren. Während seines Ingenieursstudiums stets aktives Kirchenmitglied gründete er 1988 das „Movimiento Cristiano Liberación“ (MLC). International bekannt wurde Payá als einer der Väter des „Varela-Projekts“. Diese Initiative wollte auf Basis geltender kubanischer Gesetze eine Volksabstimmung organisieren, die die Grundlagen für Meinungs- und Pressefreiheit errichten und die Abhaltung von freien Wahlen einleiten sollte. Dafür ehrte ihn das Europäische Parlament 2002 mit dem Andrei-Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit.
Als das Castro-Regime 2003 im Nachrichtenschatten des Golf-Krieges 75 Oppositionelle festnehmen ließ, blieb Payá verschont. Das hielt ihn aber nicht davon ab, seine politische Arbeit fortzusetzen. Payá blieb bis in die Stunden seines Todes einer der wichtigsten Ansprechpartner westlicher Journalisten und Diplomaten in Havanna.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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